Während der Sommerpause wird im Plenarsaal im Hamburger Rathaus fleißig umgebaut. Die Barrierefreiheit soll auch für die Abgeordneten verbessert werden. Das herkömmliche Rednerpult wurde ausgebaut und wird durch ein komplett absenkbares Pult ersetzt, so dass in Zukunft auch in sitzender Position Reden gehalten werden können. Der Süderelber Abgeordnete Matthias Czech (SPD) informierte sich in der letzten Woche über den Fortschritt der Umbauarbeiten.

Im Mai 2015 hatte Matthias Czech einen Schlaganfall erlitten. Durch die Hirnblutung ist er jetzt auf einen Rollstuhl angewiesen. Bereits im September 2015 nahm Czech wieder an den Plenarsitzungen teil. Seit 2016 ist er mit Ausschusssitzungen, Arbeitskreisen, Parteisitzungen, öffentlichen Veranstaltungen und Bürgerschaftssitzungen wieder voll im Politgeschäft dabei. Im Frühjahr wurde er als Vorsitzender der SPD Eißendorf und als stellvertretender Vorsitzender der SPD Harburg wiedergewählt.

Matthias Czech führt seit August 2016 an der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg als Lehrer wieder eine Klasse. Das letzte Schuljahr hat er auch wieder im vollen Umfang gearbeitet. Die Schüler kommen jetzt in die neunte Klasse, da ist vor den Abschlüssen natürlich noch eine Klassenfahrt geplant.

„Ich erlebe Inklusion sehr direkt. Es funktioniert! Natürlich hat der Schlaganfall 2015 mein Leben vollkommen verändert. Aber ich erlebe, dass ich trotz meiner Beeinträchtigung weiterhin als Lehrer und Politiker tätig sein kann. Natürlich mussten an der Schule bauliche Maßnahmen umgesetzt werden, damit ich weitgehend selbstständig arbeiten kann. Genauso wie die Umbauten im Rathaus kommt dies aber vielen Menschen zugute.“

Im August soll das neue Rednerpult im Rathaus eingebaut werden. Dann möchte Matthias Czech das neue Pult ausprobieren. Czech dazu: „Ich habe nach dem Schlaganfall auch am alten Pult schon wieder Reden in der Bürgerschaft gehalten. Bislang musste ich aus dem Rollstuhl aufstehen, um das Rednerpult mit Hilfe zu erklimmen. Ich freue mich deshalb besonders über das vollständig absenkbare Rednerpult.“ Im Plenarsaal wird der Einbau von weiteren Handläufe geprüft. Die Stenographenbank, die sich direkt vor dem Rednerpult befindet, wird im Herbst endgültig umgestaltet. Außerdem soll ein neuer Außenfahrstuhl im Innenhof künftig alle Stockwerke des Rathauses erschließen.

Der Bürgerschaftsabgeordnete Czech freut sich auf die Veränderungen: „Die Umbauten im Plenarsaal kommen natürlich nicht nur mir zugute. Als bislang einziger Abgeordneter im Rollstuhl leiste ich gern Pionierarbeit. Wenn ich von meiner Partei aufgestellt werde und von den Wählerinnen und Wählern erneut das Vertrauen ausgesprochen bekomme, würde ich gern nach den Bürgerschaftswahlen 2020 erneut ins Parlament einziehen.“

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