Kann die Brücke nicht weg?

Kritische Betrachtung zur Zukunft der Neugrabener Fußgängerbrücke über die B73

Die Entwicklung der Neugrabener Innenstadt wird seit Jahren intensiv auf verschiedenen Ebenen diskutiert. Ein zentraler Punkt ist dabei die Zukunft der Fußgängerbrücke vom S-Bahnhof Neugraben über die B73 zur Neugrabener Bahnhofstraße. Das Bauwerk der 1980er Jahre sollte gemeinsam mit der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes und des Busbahnhofes saniert und durch Ab- und Umbau von Abgängen „entknotet“ werden.

Der Süderelbe Wahlkreisabgeordnete Matthias Czech steht diesen Planungen kritisch gegenüber. „Schon jetzt kann man besonders tagsüber beobachten, dass die meisten Bürger die Ampelanlage unter dem Brücke über die B73 wählen und nur ein Bruchteil die Brücke noch benutzt.“, hat der Abgeordnete beobachtet. Nun liegen Ergebnisse der steg in Neugraben vor, die diese Beobachtungen bestätigen. Durch Zählungen haben sie festgestellt, dass eine Mehrzahl der Bürger die Brücke nicht mehr wähle. Auch gehandicapte Bürgerinnen und Bürger gehen kaum über die Rampen der Brücke.

Auch in baulicher Hinsicht sieht der Czech Probleme. Die Steigung der Brücke entspricht in ihrer Neigung nicht mehr der Hamburger Bauordnung. Für ein barrierefreies Bauen darf die Neigung höchstens 6% betragen. Die Steigung ist aber vom Bahnhof zur Bundestraße mit rund 8% hin zu steil. Auch sind diese Rampen zu lang. Ob diese Neigung durch Baumaßnahmen ausgeglichen werden kann, ist fraglich. Bei einer Sanierung der Brücke müssen also nun nicht mehr nur die zu steilen Zugänge umfangreich umgestaltet werden, sondern die gesamte Brückenanlage müsste neu gebaut werden.

„Anstatt dieses Monstrum notdürftig zu sanieren und damit Millionen für eine Bausünde der 1980er Jahre auszugeben, sollte man sich von der Brücke trennen.“, so Czech. „Bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes sollte dies berücksichtigt werden. Dafür muss auch der Verkehr an der Straße Am Neugrabener Bahnhof neugeregelt werden. Auch für den rechtsabbiegenden Verkehr vom Süderelbebogen in die Cuxhavener Straße in westliche Richtung hinein müssen verkehrslenkende und bauliche Maßnahmen getroffen werden, die für die Fußgänger eine gefahrlose Überquerung der Bundesstraße ermöglichen.“

Durch den Abriss der Brücke fallen die Angsträume unter der Brücke weg. Außerdem wird der gesamte Bereich unter der jetzigen Brücke auf der Nordseite der B73 aufgewertet. Ein attraktiver ebenerdiger Zugang kann vom Neugrabener Bahnhof zum Überweg an der Cuxhavener Straße geschaffen werden und Platz für Straßencafés und den Einzelhandel entsteht. Auf der Südseite entsteht ein neuer Platz, der als Eingang in die Neugrabener Marktpassage gestaltet werden sollte. Auch das Süderelbe Einkaufszentrum kann durch seine überdachte Fußgängerbrücke profitieren. „Eine attraktive Gestaltung des Bahnhofvorplatzes wird dadurch ermöglicht und unterstützt. Insgesamt ist der Abriss der Fußgängerbrücke eine gute Chance für die Entwicklung Neugrabens.“, so Czech.

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