In Hamburg wachsen die Schülerzahlen in den letzten Jahren stetig. Die Zahl der Geburten steigt seit 2015 und immer weniger Familien ziehen aus Hamburg ins Umland. Bis 2030 wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler voraussichtlich um rund 40.000 steigen. Aus diesem Grund hat die Schulbehörde den Entwurf eines neuen Schulentwicklungsplanes vorgestellt. Dieser sieht vor, in Hamburg nächsten elf Jahren 39 neue Schulen zu gründen.

Auch im Bezirk Harburg wird es Veränderungen und Neuerungen in der Schullandschaft geben. Der Harburger Bürgerschaftsabgeordnete und Schulpolitiker Matthias Czech (SPD) erläutert die Planungen. „Der Zuwachs an Schülerinnen und Schülern wird aber in den Stadtteilen nicht gleichmäßig erwartet. So sagen die Prognosen für die Region Süderelbe bis zu 75 Prozent und für das Kerngebiet von Harburg 45 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler voraus. Hamburgweit sollen ungefähr die Hälfte der benötigten Schulplätze über neue Schulgründungen bereitgestellt werden und die Restlichen über den Ausbau vorhandener Schulen.“

Da die wachsenden Schülerzahlen hauptsächlich auf steigende Geburtenraten zurückzuführen sind, sollen zuerst die Kapazitäten an den Grundschulen ausgebaut werden. Aber auch Wohnungsneubauten und die Schließung der Katholischen Schulen werden berücksichtigt und führen zusätzlich zu wachsender Nachfrage an Stadteilschulen und Gymnasien. Der Hamburger Senat will die Klassengrößen sowohl im Grundschulbereich als auch bei den weiterführenden Schulen bei den jetzigen niedrigen Schülerzahlen pro Klasse belassen, daher müssen zusätzliche Klassenräume und teils auch neue Schulen geschaffen werden.

Die Schulbehörde teilt den Bezirk Harburg in 2 Regionen ein, die separat betrachtet werden. Die Harburger Kernregion umfasst praktisch alle Stadtteile östlich der A7 und die Region Süderelbe die Stadtteile westlich der A7. Matthias Czech erläuterte weiter: „Im Harburger Kerngebiet sollen an den Grundschulen zukünftig 59 Züge, das sind die Parallelklassen pro Jahrgang, bereitgestellt werden. Bisher sind es 40 Züge. Die meisten Schulen bekommen einen Zug mehr, die Schule Marmstorf sogar 2 Züge. Zusätzlich wird es 2 neue Grundschulen geben, eine am Sinstorfer Weg und eine am Soldatenfriedhof. Bei den Weiterführenden Schulen werden die Stadtteilschulen von 19,5 auf 26 Züge und die Gymnasien von 12 auf 24,5 Züge aufgestockt. Dabei sollen die Lessing-Stadtteilschule und das Immanuel-Kant-Gymnasium jeweils 2 Züge mehr erhalten. Um den Gesamtbedarf zu decken muss zusätzlich eine neue Schule gebaut werden. Dies soll eine Campus-Schule mit 4 Zügen Stadtteilschule und 3 Zügen Gymnasium werden.“

Czech führte weiter aus: „Auch in Süderelbe werden die Schulen stark ausgebaut werden. So sollen an den Grundschulen zukünftig 36 Züge statt jetzt 23 bereitgestellt werden. Die Schule Ohrnsweg bekommt mit 4 Zügen mehr den größten Zuwachs. Zusätzlich wird es eine neue Grundschule geben. Deren Standort ist noch offen. Bei den Weiterführenden Schulen werden die Stadtteilschulen von 17,5 auf 21 Züge und die Gymnasien von 5 auf 9 Züge wachsen. Auch hier wird es einen Schulneubau geben. Die Campus-Stadtteilschule Neugraben wird 2 Züge Stadtteilschule und 4 Zügen Gymnasium bereitstellen. Ich denke, dass Harburg mit diesen ehrgeizigen Planungen gut für die nächsten Jahrzehnte gerüstet ist.“

Der Entwurf des neuen Schulentwicklungsplanes wird noch in dieser Woche an alle Schulgemeinschaften, Kreiselternräte, Kreisschülerräte, Bezirksversammlungen, der Bürgerschaft sowie Schüler- Lehrer- und Elternkammer geschickt. Auch auf der Homepage der Schulbehörde wird er veröffentlicht. Ziel ist ein breiter Dialog mit allen Betroffenen und eine konstruktive Diskussion über die Planungen. Zu dieser lädt die Schulbehörde ein. Die Beteiligungsmöglichkeiten und Beratungsfristen wurden deshalb gegenüber dem letzten Schulentwicklungsplan zum Teil sogar verlängert. Die Beratungen sollen bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein.

Czech sagte abschließend: „Der Senator hat schnell und professionell auf die neuen Schülerzahl- Prognosen des Statistikamts Nord vom Ende des letzten Jahres reagiert. Die neue Planung stellt kurzfristig nochmals über 4 Milliarden Euro für 39 neue Schulen und viele weitere Millionen für Zubauten bis 2030 bereit. Ich freue mich, dass Hamburg so flexibel auf neue Herausforderungen reagieren kann und dabei auch den Beteiligungsprozess für die betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer nicht vergisst. Wir werden diesen Planungsprozess in den nächsten Monaten in der Bürgerschaft parlamentarisch begleiten und zum Abschluss bringen. Die Schulen werden so ihre neuen Schülerinnen und Schüler auch zukünftig gut betreuen können.“

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